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Die Implementierung von IoT Lösungen im Immobilienbestand kann nicht warten

Im Jahr 2025 soll es Norton* zufolge  21 Milliarden IoT (Internet of Things) Sensoren weltweit geben, viele davon werden im Immobilienbestand verbaut werden. Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Druckes auf die Immobilienwirtschaft einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten, muss die Immobilienwirtschaft handeln und darf sich dem Nachrüsten von IoT-Lösungen im Bestand nicht länger verschließen.

Schon vor 15 Jahren gab es hohe Erwartungen an IoT-Lösungen. Diese umfassten, ohne vollständig zu sein, dass schnell IoT-Plattformen entstehen, die die Bereitstellung beschleunigen, es eine allgegenwärtige Konnektivität gibt und IoT-Lösungen für den Nutzer Plug-and-Play sind. Leider müssen wir auch 2020 noch feststellen, dass es bisher keine dominante Plattform für IoT Lösungen gibt, die Konnektivität nach wie vor ungelöst ist (First Mile Problem) und die wenigsten Lösungen sich als Plug-and-Play herausstellen, sondern vielmehr komplexe Implementierungsprojekte mit sich bringen.

Wie kann ein IoT-Projekt dennoch ein Erfolg werden? Dazu ist es für den Immobilienmanager essentiell, in 4 Schritten vorzugehen:

  • Den Bedarf und die Erwartungen an die IoT-Lösung zu analysieren. (Es gibt keine Eierlegende Wollmilchsau-Lösung. Keine Lösung wird alle Bedürfnisse ausfüllen egal was der Vertriebler verspricht).   
  • Die verfügbaren Lösungen zu identifizieren
  • Ein technisches und wirtschaftliches Assessment vorzunehmen
  • Eine Roadmap jenseits des Piloten zu erstellen für eine Integration in sein Gesamt(betriebs-)system

Schon der erste der 4 Schritte ist oftmals eine Herausforderung. Wichtig ist hier für den Immobilienmanager aus der Sicht des Anwenders das Problem zu identifizieren, welches er Mithilfe von IoT lösen möchte. IoT-Sensorik dient in der Regel dazu, eines von 4 möglichen Zielen zu erfüllen:

  1. Prävention
  2. Optimierung im laufenden Betrieb 
  3. Interaktion
  4. Ex-Post Analyse.

Dazu einige Beispiele. Zum Thema Prävention gehören Daten, die Ereignisse frühzeitig erkennen oder verhindern können, wie smarte Rauchmelder oder der RYSTA Sensor zur Schimmelprävention. Als Beispiel der Optimierung im Betrieb lassen sich Daten rund um den Energieverbrauch wie bei KUGU Home, Benchmarks verschiedener Heizungsanlagen, Raumklima- und Lüftungsdaten aber auch das Fernmonitoring im Rahmen von Betreiberpflichten nennen. Beim Thema Interaktion versteht der Bestandshalter besser, wie die Nutzer und Dienstleister mit dem Gebäude interagieren. So kann beispielsweise beim Thema digitaler Türzugang am Beispiel KIWI der Facility Manager über ein digitales Logbuch erfassen, wann seine Einsatzkräfte Schlüssel aus dem digitalen Schlüsseltresor entnommen und zurückgelegt haben. Bei Ex-post Analysen können die Daten genutzt werden, um Investitionsentscheidungen für die Zukunft zu bewerten und auch um Mithilfe von Machine Learning Algorithmen, Automatisierungen und Ableitungen für die Zukunft zu erzeugen. 

Der erste Schritt, um den Gebäudebestand smart zu bekommen ist häufig das Monitoring, also die Generierung von Daten über den aktuellen Zustand des Gebäudes und der im Betrieb ablaufenden Prozesse. Das Monitoring wird zum einen durch die Installation oft einfacher IoT- Sensorik vor Ort im Gebäude in Kombination mit Interaktionsoberflächen für die Nutzer und Betreiber und Softwareschnittstellen zu Bestandssystemen erreicht. Gute Beispiele hierfür in unserem Portfolio sind die EINHUNDERT energie GmbH als lokaler Energieversorger (Mieterstrom) und auch die Rysta GmbH.

Aller Anfang ist schwer und dennoch lohnt es sich, sich frühzeitig auf die IoT-Reise zu begeben. Für ein nachhaltigeres Gebäudemanagement.

Claudia Nagel ist Gründerin des Proptech Company Builders High Rise Ventures und führte zuvor das Start-up KIWI zum Erfolg. Sie hält zudem eine Professur an der bbw Hochschule.

Author

Thomas Gawlitta | CEO Gawlitta.com GmbH | thomas.gawlitta@gawlitta.com | 01703665800