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Gehört BIM die Zukunft am Bau?

Noch 2017 hieß es in einer Studie, dass 60 % der deutschen Bauunternehmer selten bis nie mit einer BIM Software planen. Wie sieht es heute aus? Wird die Gebäudedatenmodellierung den Ansprüchen ihrer Nutzer inzwischen gerecht? Wir haben uns aktuelle Entwicklungen angesehen.

Anfängliche Kinderkrankheiten

  1. Fehlendes Know-how, Bildung & Information

BIM ist ein verhältnismäßig neues Planungsmittel. Bisher stand in der Ausbildung von Bauingenieuren und Architekten die Arbeit mit einer BIM-Software kaum bis gar nicht im Vordergrund. Das heißt, dass dieses Wissen von vielen Tätigen in der Baubranche erst im Nachhinein erlernt und in ein Unternehmen implementiert werden musste. 

Das sich diese Wissenslücke allmählich schließt, zeigt die steigende Nachfrage an BIM-Managern & BIM-Koordinatoren am Jobmarkt und kann als Indikator für die Zukunft betrachtet werden.

2. Geringe Verbreitung

Informationen über das Building Information Modeling zu kommunizieren, setzt den Mut zu ihrer Implementierung voraus. Das fehlende Know-how ist einer der maßgeblichsten Gründe dafür. Nicht umsonst ist es zurzeit notwendig, sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Planerseite, eigene BIM-Manager bzw. BIM-Koordinatoren einzustellen. Das Risiko, als Fachplaner in BIM zu investieren und dann auf Kollegen zu stoßen, die diesen Schritt der Digitalisierung ausklammern, ist nicht zu unterschätzen. Denn das gemeinsame BIM-Datenmodell kann nur dann zur Arbeitsgrundlage werden, wenn alle Vertragsparteien über eine BIM-Software und das nötige Know-how verfügen. 

3. Unsicherheit bei Kosten

Vergessen Sie nicht, dass es sich bei einem Gebäudedatenmodell um wesentlich mehr als ein 3D-Modell eines Objektes handelt, so wie Sie es vielleicht bereits für Renderings und fotorealistische Darstellungen durch CAD Programme nutzen. Die Schulung Ihrer Mitarbeiter oder das Engagement eines Spezialisten sollten Sie daher als zusätzliche Investition in die Software sehen. Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Zeit Ihrer Mitarbeiter, die diese über Ihre normalen Arbeitsabläufe hinaus in das BIM-Modell stecken müssen. 

4. Holpriger Start in der Ausführung und auf der Baustelle

Hinzu kommt, dass ein Großteil der BIM-Anwendungen bislang nur auf Desktop-Geräten verfügbar war. Mit dem Resultat, dass unhandliche oder für die Baustelle ungeeignete Programme den Integrationsprozess dieser neuen Technologie erschwerten. Inzwischen schließt sich diese Lücke und durch den Einsatz von BIM-Viewern für Mobilgeräte wird der Spagat zwischen Planung und Ausführung gemeistert.

BIM wird Baustellentauglich

Ein Beispiel für die erfolgreiche Einbindung von BIM auf der Baustelle ist der neue BIM-Viewer von PlanRadar. Dank der Unterstützung des openBIM-Formats verfügen alle Beteiligten über einen ungehinderten Zugang. Komplette BIM-Gebäudemodelle sind nicht nur per einfachem Drag & Drop in Sekundenschnelle verfügbar. Der Einsatz von openBIM vereinfacht auch die Interaktion mit verschiedenen CAD-Programmen. Der BIM-Viewer von PlanRadar ermöglicht das Hochladen von IFC-Dateien, die aus Revit, ArchiCAD, Allplan, Navisworks und anderen Plattformen exportiert wurden, als auch die Kollisionsprüfung über den Austausch von BCF-Dateien. 

Vorteile im Gebäudelebenszyklus

Die Vorteile der Gebäudemodellierung zeigen sich aber nicht nur am Bau, sondern auch in der Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden. Mängel in der Haustechnik treten auch Jahre nach der Fertigstellung des eigentlichen Objekts auf. Aus Sicht eines nachhaltigen Facility Managements ist die Arbeit mit einer BIM-Software somit sehr sinnvoll. Denn sie ermöglicht die einfachere Lokalisierung von geplanten (Reinigungsarbeiten, Wartungen) und spontanen (Reparaturen) Leistungen im Objekt. 

Darüber hinaus werden mit BIM Informationen aus früheren Schritten – wie zum Beispiel Baumängel – auch für das Gebäudemanagement verfügbar gemacht. Das vereinfacht die laufenden Prozesse und schafft langfristig Übersicht. Herkömmliche CAD Programme können diese Nachverfolgung aller Maßnahmen in einem Objekt über den gesamten Lebenszyklus kaum leisten. Der Einsatz von BIM-Viewer auf mobilen Geräten stellt somit einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung von Prozessen im Bau- und Immobiliensektor dar. 

www.planradar.com

Author

Thomas Gawlitta | CEO Gawlitta.com GmbH | thomas.gawlitta@gawlitta.com | 01703665800